Hang und Wellenteamflug am 15.11.2015


Früh ging es los. Bereits vor 9 Uhr begannen die Vorbereitungen mit Anhänger nach Osten ziehen, Winde aufstellen, Seile ausziehen und Ausrüstung mitnehmen. Der Wind war schon so kräftig, dass beim Aufbauen Vorsicht geboten war und die Flügel beschwert werden mussten. Das elektrische Fahrwerk der D-13 funktionierte natürlich genau an diesem Tag nicht mehr, also musste der gesamte Flug mit viel Widerstand geflogen werden (Simon mit 18m glitt noch besser als wir mit 20m und Fahrwerk draußen). Berni wurde aktiviert und kurz vor halb 11 LOC ging die D-89 (Simon + Lorenz) raus und wenig später die D-13 (Felix + Martin). Der Einstieg am Hang verlief ohne Probleme und die Aussicht auf einen erfolgreichen Hangflugtag war da. Gezwungener Maßen muss man die Kette vom Herzogstand und Heimgarten überwinden die allerdings nicht optimal zum Wind stehen. Beide Flugzeuge kamen in großes Sinken und fanden Sich über Ohlstadt recht tief wieder. Es gelang zum Glück der Rückflug nach Kochel und es konnte von neuem angefangen werden. 2 Drei bis vier Mal hat es jedes DG-Team probiert den Rotor östlich vom Herzogstand zu umgehen, jedoch gelang es Felix und mir erst als wir 2500m NN am Jochberg erklimmen konnten (wie beim Ballonfahren durch Abwurf von gefüllten Säcken ;-) ). Dieser Rotor war wohl der härteste Brocken an diesem Tag und vernichtete natürlich die Streckenpläne, jedoch nicht den Willen in die Welle einzusteigen. In diesem Rotor mussten extreme Bedingungen bewältigt werden. Wie im unteren Bild zusehen warf es uns aufs Wildeste durch die Luft. Steigen und Sinken von -7 bis +7 m/s und mehr wurden innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde erfahren (Kamera am Kopf, Hand am Steuerknüppel ;)). Nach dem wir den Heimgarten passiert hatten lief alles wie auf Schienen. Mit ca. 45° Vorhaltewinkel konnten wir bis zum Wank und von dort aus auf der Luvseite der Rotorwolken bis knapp zur Zugspitze weiter gleiten. Simon und Lorenz schafften den Sprung auch und konnten ebenfalls mithilfe von Rotoren in die Welle einteigen, jedoch trennten sich unsere Wege und wir trafen erst am Ende wieder zueinander. Felix und mir gelang der Einstieg in die Welle über dem Wank. Wie im Lehrbuch stiegen wir am Rande der Rotorwolke zunächst turbulent aber recht bald laminar in die Welle ein die durch eine Lenticularis Wolke gekennzeichnet war. Der Wind drehte mit der Höhe mehr auf Nord, sodass wir die Welle Richtung Osten weiterfliegen konnten. Wir erreichten knapp 3400m und konnten weiter bis zum Achensee fliegen. Dort war umkehren angesagt denn schließlich war die bürgerliche Dämmerung um 16:42 lokal und wir mussten gegen den Wind zurück fliegen. Der Gegenwind stellte zum Schluss noch die größte Herausforderung dar. Wir waren gezwungen auf 160km/h IAS zu beschleunigen um überhaupt voranzukommen. Dadurch sanken wir aus dem laminaren Höhenband ins turbulente ab. Es gelang uns jedoch durch einzelne Aufwinde noch genügend Höhe zu behalten und ohne Risiko über den Kesselberg ins Flache hinauszugleiten. Es ging noch einmal zum Blomberg und dann zur äußerst turbulenten Landung. Kurz danach kamen Simon und Lorenz hereingeschwebt. Leider konnte ihr Flug nur zur Hälfte mitgeloggt werden da die Batterie aufgegeben hat. Im Scheinwerferlicht wurden dann schließlich die Flieger abgebaut und verräumt. Alles in allem war es ein gigantischer Flugtag mit unbeschreiblichen Erlebnissen und Eindrücken die bleiben. Gleich für vier Piloten war es die erste richtige Wellenflugerfahrung und ein Schüler und ein Scheinneuling konnten ihre Hangflugerfahrung sammeln. Solche Tage sind äußerst selten und wir hatten Glück das durchführen zu können. Der Dank geht an Berni und Dodo die bereit waren uns zu helfen, ohne an dem Tag zu fliegen!

Text verfasst von: Martin Schmid